Die Geschichte der Mode: Trends aus Vergangenheit und Gegenwart

Die Modewelt unterliegt einer zyklischen Entwicklung und so fühlt sich Trend-Spotting nicht selten wie eine Reise in die Vergangenheit an. Wenn sich neue Trends herausbilden, scheinen viele den zeitbestimmenden Stilen vergangener Jahre faszinierend ähnlich. Wir erkunden einige der wichtigsten Modetrends, die prägnantesten Veränderungen in der Geschichte der Mode seit den 1920er Jahren, und decken auf, welche modernen Vertreter wir heute noch tragen.

Die Geschichte der Mode im 20. Jahrhundert

Mode der 1920er – Der Flapper-Look

Das frühe 20. Jahrhundert brachte die größte Mode-Revolution der Neuzeit. In den wilden Zwanzigern konnte man sehen, wie Frauen und Männer die einengende alte Mode ablegten und sich komfortabel statt steif kleideten. Der wohl bekannteste Trend der 20er Jahre war der Flapper-Look. Als Vorläufer des beliebten Etuikleids war das Flapper-Kleid locker und gerade geschnitten und sehr funktionell. Die Kleider von früher wurden mit dem neuen beliebten Bob-Haarschnitt getragen, einem Glockenhut und einer sorglosen Attitüde.

Mode der 1930er – Mit Reißverschluss durch die Wirtschaftskrise

In den 30er Jahren wandte sich die Mode den Chemiefasern zu, darunter Viskose für Kleider und Dessous. Die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise beendete die fröhliche Haltung der 20er Jahre ganz abrupt und prägte auch die Geschichte der Mode: die Frauen wurden wieder konservativer. Die italienische Designerin Elsa Schiaparelli stellte den Reißverschluss vor, der in der Mode der 30er ausgiebig Verwendung fand. Der seitlich getragene Eugénie-Hut erfreute sich neben Handschuhen, breiten Schultern und schmalen Taillen großer Beliebtheit.

Mode der 1940er – Ausflug in die Herrenbekleidung

Die Entwicklung der Mode zu Beginn der 40er Jahre war durch den Zweiten Weltkrieg von Kleider-Rationierungen und Stoff-Knappheit geprägt. Davon ließen sich die Frauen nicht abschrecken und wichen auf Kopfbedeckungen wie das modische aber funktionale Haarnetz und Kopftücher, verewigt durch Rosie the Riveter, aus, um ihre Weiblichkeit zu zeigen. Inzwischen sind die Rocksäume knielang und die Frauen tragen zum ersten Mal in der Geschichte der Mode Overalls und Hosen: funktionalere Outfits für die Arbeit in Fabriken.

Mode der 1950er – Ein neuer Look

Die Modewelt reagiert mit Begeisterung auf das Ende des Krieges und aufwendige, luxuriöse und voluminöse Schnitte wurden zum Trend dieses Mode-Jahrzehnts. Im Jahr 1947 führte Christian Dior den „New Look“ ein und seine entschiedene Opposition gegen die vorherrschende Einfachheit der 40er beherrschte die 50er Jahre. Die quadratischen Schultern wurden weicher, die nüchternen Röcke wurden groß und ausladend, der Military-Look wurde durch eine Betonung der weiblichen Sanduhrfigur ersetzt.

Mode der 1960er – Miniröcke und Hippies

In den 1960ern nahm die Geschichte der Mode eine Wendung: Mode wurde zum Mainstream. Die sozialen Bewegungen der Zeit bestimmten das Jahrzehnt. Elite-Designer ließen sich von jungen urbanen Erwachsenen inspirieren, Regenmäntel wurden populär und die Hippie-Bewegung führte Schlaghosen, Paisley-Prints und Batik-Farben ein. Weitere bestimmende Schöpfungen der Dekade sind der Minirock, der durch Mary Quant Bekanntheit erlangte, das kleine Schwarze, von Audrey Hepburn repräsentiert, und der Pillenbox-Hut, der prominent von Jackie Kennedy getragen wurde.

Mode der 1970er – Regelverstöße

Als der Aktivismus des letzten Jahrzehnts nachließ, drehte es sich in den 70er Jahren mehr um Individualität und eine „Alles ist möglich“-Einstellung. In den als „Me Decade“ bezeichneten 70ern ging es darum, sich ohne Regeln auszudrücken. Zu den wichtigsten Trends gehörten das Wickelkleid, der Disko-Look und ein Casual-Chic, der für beide Geschlechter taillierte Oberteile und weite Jeans vorsah. Ein Wiederaufleben von Vintage-Mode aus den 50ern brachte auch etwas Glamour zurück.

Mode der 1980er – Je größer, desto besser

Im Gegensatz zum Materialismus der 70er wurde der Anfang der 80er Jahre zunächst von Mode-Minimalismus geprägt, mit dezenten Farben, minimalistischen Accessoires und einem praktischen Kleidungs-Ansatz. Mitte der 80er Jahre folgten dann die Neonfarben, glänzende „Athleisure“ Freizeitanzüge und die auffälligen Statements, die in die Modegeschichte eingingen. ‚Teuer‘ und ‚aufwendig‘ waren die vorherrschenden Themen, ausgedrückt durch leuchtende und lebendige Mode, glänzenden Schmuck und Pailletten, die jeden Quadratzentimeter schmückten.

Mode der 1990er – Supermodels

In den frühen 90er Jahren kehrte man wieder zum Minimalismus zurück, wohingegen eine nonkonformistische Bewegung den Casual-Chic im Mainstream beibehielt. High Fashion ließ sich von Supermodels wie Linda Evangelista, Cindy Crawford und Naomi Campbell inspirieren, während Mitte der 90er wieder die Retro-Mode der 80er Jahre mit Neonfarben und die Disko-Mode der 70er Jahre dominierten. Der Grunge-Look mit Flanellhemden, zerrissenen Jeans und Boots wurde für beide Geschlechter populär.

Im neuen Jahrtausend: Das ist die Mode von heute

Mode der 2000er – Rund um den Globus

Die Weiterentwicklung der Mode nahm auch in den Nullerjahren ihren Lauf. Die eingängigen Trends wurden von einem Blick in die Vergangenheit – und über den Tellerrand – geprägt. Vintage-Mode mit Teilen aus früheren Jahrzehnten vermischte sich mit globaler Inspiration aus Asien, dem Mittleren Osten und Afrika. Im Laufe des Jahrzehnts entwickelte sich auch ein Interesse an ethischer und recycelbarer Mode, während entgegen dieses Trends auch der Fast-Fashion-Bereich wuchs: Leicht verfügbare Luxus-Modelle zu erschwinglichen Preisen. It-Pieces mit prominenten Designer-Schriftzügen wurden modern und die mittlerweile allgegenwärtige Skinny-Jeans kam 2005 auf den Markt.

Mode ab 2010 – Alles ist möglich

Damenbekleidung ist in der heutigen Zeit eine Verschmelzung aller vorangegangenen Modeepochen, abhängig vom Figur-Typ, Geschmack und persönlichen Stil. Einige vorherrschende Trends, die einzigartig für die 2010er Jahre sind, sind Hipster-Mode, Einteiler, Yogahosen, Skater-Style und Festival-Bekleidung. Während wir uns auf den Eintritt in das nächste Jahrzehnt vorbereiten, ist es nur schwer vorstellbar, dass Mode etwas anderes wird, als sie jetzt ist: eine Welt voller Möglichkeiten, in der Kreativität und Selbstdarstellung die Oberhand haben.