Mit Lands’ End in den Hohen Norden

Bevor es hier ganz warm wird (man wird ja wohl noch hoffen dürfen), möchten wir Ihnen über die ehemalige Lands’End-Angestellte Jo Symanowski und ihr kürzliches Wohltätigkeits-Abenteuer im Hohen Norden erzählen.

Damals bat uns Jo, ihr eine -30°C-Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, und natürlich halfen wir ihr gerne. Schließlich sind wir Lands‘ End, berühmt für unglaublich warme Jacken, und das Abenteuer liegt uns im Blut.

Jo und ihr Team unternahmen die Expedition zum Finnmark Plateau, um häusliche Gewalt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Geld für ihre Wohltätigkeitsstiftung zu sammeln. Die noch sehr junge Organisation “My Great Escape” („Meine Große Flucht”) will den Opfern häuslicher Gewalt mit Hilfe lebensverändernder Outdoor-Abenteuer dabei helfen, ihr Vertrauen und Selbstwertgefühl wieder aufzubauen.

Mit dem Expeditionsparka im Schnee

Auf der Suche nach Abenteuer

„Im Januar war ich Teil eines Frauenteams, das über eine neue Nord/Süd-Route das Finnmark Plateau in der norwegischen Arktis durchqueren wollte“, beginnt Jo. „Wir waren allesamt ganz normale Frauen mit einem außergewöhnlichen Ziel. Wir hatten uns online kennengelernt über eine Gruppe für abenteuerlustige Frauen, die „Love Her Wild“ hieß. Vor der Abreise trafen wir uns nur einmal für ein Teambildungs-Wochenende in Norfolk. Dabei wurde schnell klar, dass wir ein gutes, starkes und humorvolles Team waren.

Wir waren die erste „Love Her Wild“-Gruppe, die das norwegische Finnmark Plateau über diese neue, längere Route erreichen wollte. Davor war dies nur zwei erfahrenen Männern mit Hundeschlitten gelungen. Für eine Anfängertruppe wie unsere war es also eine extreme Herausforderung, aber wir waren gut vorbereitet und fest entschlossen. Das Plateau liegt im arktischen hohen Norden Norwegens und ist ohnehin ein unwirtlicher Ort, aber im tiefsten Winter, als wir da waren, ist es dort für Menschen noch um einiges schlimmer. Wir würden ganz auf uns gestellt sein, unsere Ausrüstung selbst durch die Gegend ziehen und nur draußen übernachten.

Ich war bereit

Nach monatelangem Planen und Trainieren, was unter anderem daraus bestand, über weite Strecken hinweg einen Reifen hinter mir herzuziehen, war ich die glückliche Besitzerin einer kompletten Ausrüstung mitsamt herrlich warmer Lands’ End-Kleidung. Und ich war bereit. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, war die Kälte sofort beißend. Ich war so glücklich mit meinem Lands’ End-Expeditionsparka und den Wollsocken – wir hatten minus 29 Grad und das einzige an mir, was fror, war meine Nase. Die erste Nacht rauschte vorbei, als wir unsere Ausrüstung prüften, lernten, wie man ein Zelt aufschlägt, und uns gegenseitig näher kennenlernten. Meine Lands’ End-Ausstattung war fantastisch. Als erste Lage hatte ich zwei lange Unterhosen dabei, ein langärmeliges Basic-Shirt und einen Lands’ End-Fleecepullover. Diese unentbehrlichen ersten Lagen und weitere, klimataugliche Daunenbekleidung würden mich auch bei Minustemperaturen und beißendem Wind niemals ganz auskühlen lassen.Ein original Schneeschlitten

Als wir das Plateau betraten, hatten wir noch nie zuvor einen Pulka (= der Ausrüstungsschlitten) hinter uns hergezogen oder waren damit Ski gefahren! Und das ist kein Leichtes, wenn man gleichzeitig 35 kg ziehen oder schieben muss. Zudem hatten wir minus 30 Grad bei starkem Wind, das Gelände war gefroren, tief versunken in Schnee und Eis.

In den nächsten Tagen lernten wir, das Lager so schnell und effizient wie möglich auf- und wieder abzubauen, freundeten uns mit dem Skifahren an und wussten, welche Lagen man wann tragen sollte. Ich trug meine Lands’ End Thermaskin-Unterwäsche, einen Fleecepullover und Unterzieh-Handschuhe; sie wärmten mich ausgezeichnet, und auch bei großer, körperlicher Anstrengung war ich nie überhitzt.

 

Nordlichter aus dem hohen Norden

Wunderschöne Ödnis

Ich mochte es, nach dem Aufstehen und Abbauen weiterzuziehen, tagsüber auf den Skiern zu stehen und abends das Tagesziel zu erreichen. Am schlimmsten aber waren die Nächte, wenn wir in unserem Schlafsack ausharrten und auf den Morgen warteten.

Die Arktis ist ein wunderschöner, rauer Ort. Manchmal sah er aus wie die Mondoberfläche, an anderen Tagen wurde die Ödnis hier und da von Bäumen und Gestein unterbrochen. Erst am dritten Tag sahen wir die Sonne. Nachdem wir der Gruppe den Weg geebnet hatten (indem wir vorangingen und mit unseren Spuren im Schnee den anderen das Skifahren erleichterten), stand sie plötzlich da, gigantisch, tief und majestätisch. Es gab uns einen unglaublichen Auftrieb.

Eine unglückliche Wendung

Die Expedition war das Schwerste, was ich je unternommen habe. Insbesondere nach einem schmerzhaften Sturz gleich am Anfang wurde die Reise sehr anstrengend. Ich bekam zunehmend Schulter- und Rückenschmerzen, die mich in meinen Bewegungen einschränkten. Nachdem der Wind uns dazu zwang, das Lager einen Tag früher als geplant aufzuschlagen, war ich nicht mehr in der Lage, zu helfen. Es war die sechste Nacht und, wie ich am nächsten Tag feststellte, mein letzter Expeditionstag.

Die Nacht war die bisher windigste, und als wir am nächsten Morgen aufwachten, waren die Zelte unterm Schnee vergraben. Ehe ich mich versah, rief jemand die norwegische Polizei an und es wurde beschlossen, mich vom Roten Kreuz evakuieren zu lassen. Ich wurde auf eine Liege festgeschnallt, in einen witzig aussehenden Schneemobil-Krankenwagen verfrachtet, und das war das Ende meines Finnmark-Abenteuers.

 

Der Lands' End Expeditionsparka

 

Stolz auf unsere Leistung, und mollig warm bis zum Ende!

Bis zum siebten Tag habe ich es geschafft. In dieser Woche habe ich härter gearbeitet als je zuvor, bin unter harschen Wetterbedingungen Ski gefahren, habe bei minus 32 Grad draußen geschlafen und traumhaft schöne Momente in der Sonne, Sonnenaufgänge und nächtliche Skifahrten erlebt… ohne es zu Ende bringen zu können. Leider musste auch das restliche Team zwei Tage später abbrechen. Unser Ziel, das Finnmark-Plateau als erste Gruppe auf diese Weise zu durchqueren, hatten wir nicht erreicht. Es ist eine schwere, große und schwierige Aufgabe. Es hat nicht geklappt… vorerst.

Für die Unterstützung und die fantastische Ausstattung, die mir Lands’ End zukommen ließ, möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken. Bei diesen arktischen Temperaturen erwies sich die Ausrüstung als überragend, und es hat mich sehr glücklich gemacht, solch hochwertige Bekleidung tragen zu können, die mich warm hielt.

Wenn Sie mehr über Jos Wohltätigkeitsorganisation „The Great Escape“ erfahren möchten, klicken Sie bitte hier (http://mygreatescape.org.uk/).